100
Jahre FC Teutonia 09 Schonach
1909: Im Gasthof „Schwanen“ gründen 30
Fußball-begeisterte Schonacher einen Fußballclub. Gründungsvorsitzender
wird der Turmuhrenfabrikant Wilhelm Schneider, von dem auch
der Name ,,Teutonia“ stammt. Die Gründungsversammlung wählt
neben Schneider Johann Kaltenbach zum 2. Vorsitzenden, Wilhelm
Bonnert zum Schriftführer und Wiegand Haberstroh zum Spielführer.
Vom
Gründungsjahr bis zum ersten Weltkrieg 1914 spielte der Fußballclub
bereits auf der Laubeck. Das Vereinslokal bleibt anfangs
der Schwanen, später wurde es dann über fünf Jahrzehnte der
Schlossberg. Der FC Teutonia 09 Schonach gehört zu den ältesten
Fußballvereinen in ganz Südbaden.
1910: Im ersten offiziellen Spiel gewinnen
die Schonacher deutlich in der Retsche gegen den kurz zuvor
gegründeten Lokalrivalen FC Triberg. Doch die Anfangszeiten
sind hart. Es fehlt am nötigen Geld und der Ausrüstung für
die Fußballer. Zudem blieb die Platzfrage über viele Jahre
ungeklärt. Zu Auswärtsspielen, zum Beispiel nach Mönchweiler
oder Gütenbach, geht die Mannschaft zu Fuß, Sportzeug und
Verpflegung im Rucksack. Trainiert wurde barfuß und mit strohgefüllten
Bällen.
1912: Aus dem Erlös eines Theaterstücks
kauft sich der FC den ersten vereinseigenen Lederball.
1919: Ein Schonacher Spieler verletzt
sich so schwer, dass die Eltern ihren Söhnen das Fußballspielen
verbieten. Das Vereinstief dieser Zeit überbrückt der ,,Salzgässlerclub“,
der ins Leben gerufen wird. Sie spielen vorwiegend auf der
Schwarzenbacher Höhe. Mit ihrem Sportsgeist halten sie die
Fußballidee in Schonach hoch und ermöglichen so dem FC Teutonia
in den Jahren 1923/24 einen neuen Aufschwung. Es folgt die
Rückkehr auf die Laubeck, die fortan für über 70 Jahre das
zuhause der Schonacher Fußballer sein wird.
1925: Die erste Meisterschaft und der
Aufstieg in die B-Klasse wird gefeiert. Ein Jahr später stand
erneut eine Meisterschaftsfeier an. Der FC Schonach wird Bezirks-
und Gaumeister des Schwarzwaldes. Der Verein zählt bereits
110 Mitglieder. Es gibt erstmals eine zweite Mannschaft.
1929: Das 20-jährige Stiftungsfest wird
ein wahrer Höhepunkt. Sportliche Schlagzeilen schreibt der
4:1-Sieg gegen den FC Furtwangen vor fast 2000 Zuschauern
„auf Deutschlands höchstgelegenem Sportplatz“, wie die „Sportrundschau“
die Laubeck bezeichnet. 30 neue Mitglieder treten dem Verein
bei und eine dritte Mannschaft wird ins Leben gerufen. „Wir
waren erfolgreich wie nie“, erzählt Eugen Burger Jahrzehnte
später. Zudem hat der Fußballclub, trotz der Weltwirtschaftskrise
die Möglichkeit, das seit 1924 gepachtete Laubeck-Gelände
zu kaufen. Nach zähen Verhandlungen mit Albin Herr vom ,,Schneiderkürishof“
und durch ein zinsloses Darlehen auf zehn Jahre vom Schloßbergwirt
Augustin Herr unterstützt, werden rund 7000 Quadratmeter Eigentum
des Vereins.
1930: Der Verein wird am 28. April ins
Vereinsregister eingetragen und somit seine Rechtsfähigkeit
herbeigeführt. Die Mitgliederzahl war auf 183 angestiegen.
1933: Einziger Tagungsordnungspunkt der
Generalversammlung 1933 war die sogenannte Gleichschaltung,
nachdem in Deutschland die Nationalsozialisten die Macht übernommen
hatten. Eugen Burger wird als Vorsitzender wiedergewählt.
Eugen Burger gehörte zu den großen Persönlichkeiten beim FC
Teutonia 09. Der Verein verdankt ihm sehr viel. Er war Rekordspieler,
Spielführer, Jugendleiter, Spielausschussvorsitzender, später
Ehrenvorsitzender, Festpräsident und Mäzen.
1939: Während des zweiten Weltkrieges
(1939-45) wird der Spielbetrieb unterbrochen.
1945: Unter schwierigen Verhältnissen
bringt Karl Hör II den Verein nach dem 2. Weltkrieg wieder
in Gang. Ihm ist es in erster Linie zu verdanken, dass der
Spielbetrieb wieder aufgenommen werden kann. Nach bescheidenen
Anfängen gibt es schon bald wieder eine zweite Mannschaft
und 1956 ist die Zahl der Aktiven so groß, dass es über zehn
Jahre hinweg eine dritte Mannschaft gibt.
1951: Die 50er Jahre werden geprägt von
der Ära Fritz Bernhard. Er macht aus dem Verein eine große
,,Fußballerfamilie“. Nahezu ein Jahrzehnt bis zu seinem Tod
1959 führt er als Garant für Harmonie den FC Teutonia. Enge
Mitarbeiter von Bernhard in der Vereinsführung sind Albrecht
Kaiser und Albrecht Schwer. Beide gehören zudem als Spieler
der glanzvollen Meistermannschaft der 50er Jahre um den Abwehrstrategen
und langjährigen Rekordspieler Willi Becker an. Die Jugend
unter Andreas Zipfel und Albert Pfaff sammelt in den 50er
Jahren zahlreiche Staffel-Titel und wird auch Schwarzwald-Meister.
1953: Die erste Mannschaft steigt in die
2. Amateurliga auf. Der Sportplatz wird für 23 000 DM umgebaut
1959: Schock für den Fußballclub: Am
28. Mai verstirbt Fritz Bernhard. Die Fußballfamilie trauert
um ihn. Im Juni wird Albrecht Kaiser zum neuen Vorsitzenden
gewählt.
1960: Unter der Führung von Albrecht Kaiser
beschließt der FC, ein vereinseigenes Clubhaus zu bauen. Im
Dezember findet bereits das Richtfest statt.
1961: Ein großer Tag: Am 29. Juli ist
Einweihung des neuen Clubhauses. 80.000 Mark kostet das neue
Vereinsheim und kam vor allem durch die große Gemeinschaftsleistung
vieler aktiver und passiver Mitglieder sowie Vereinsgönnern
zustande. Das Clubhaus dient fast vier Jahrzehnte als Zuhause
des FC Teutonia 09. Bewirtet wurde die Gaststätte stets von
Mitgliedern und deren Partnerinnen. Es war bis 1998 eine
wichtige Einnahme-Quelle für den Verein.
1962: Zum ersten Mal wird ein Ortsturnier
ausgetragen. Erster Sieger wird der Musikverein.
1963: Die Handballer werden als FC-Abteilung
aufgenommen. Erster Abteilungsleiter ist Karl Koch.
1967: Das erste Firmenturnier gewinnen
1967 die Burger Industriewerke
1968: Der FC Schonach steigt nach15 erfolgreichen
Jahren aus der 2. Amateurliga ab in die Bezirksklasse.
1979: Der Verein feiert 70-jähriges Jubiläum
und hat mittlerweile 480 Mitglieder.
1984:
Das Jahr steht ganz im Zeichen des 75-jährigen Vereinsjubiläums.
Albrecht Kaiser erhält nach 25 Jahren als Vereinsvorsitzender
die sehr selten verliehene Verbandsehrennadel in Gold. Die
D-Jugend des FC Bayern München kommt beim Festwochenende
zum Freundschaftsspiel. Nach den Festivitäten präsentiert
der Fußballclub eine neue Vorstandschaft mit Gabriel Fleig
an der Spitze. Zweiter Vorsitzender ist fortan Reinhold
Herr.
Albrecht Kaiser wird zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Zudem
erhält er das Bundesverdienstkreuz am Bande. Es gab in den
50 Jahren, in denen er im Verein aktiv tätig war, kaum einen
Posten, den er nicht ausgeübt hat.
1985: In der Saison 1984/85 hat die erste
Mannschaft eine sportlich starke Phase. Nach der Herbstmeisterschaft
in der Bezirksliga durfte man sich berechtigte Hoffnungen
auf den Landesliga-Aufstieg machen, am Ende bleibt aber nur
Platz vier. Im Jahr darauf wird die Mannschaft Bezirksliga-Vizemeister.
1986: Unter Trainer Alex Nock steigt
die A-Jugend nach dem Meistertitel in der Bezirksklasse in
die Verbandsstaffel auf. In dieser Liga kann sich unsere älteste
Jugendmannschaft gegen die starken Teams vom Bodensee fünf
Jahre lang behaupten. Im Aufstiegsjahr gelingt sogar der dritte
Tabellenplatz.
1988: Die erste Mannschaft steigt aus
der Bezirksliga ab und tut sich in der Saison 1988/89 sogar
in der Kreisliga A sehr schwer. Niederlagen gegen die Lokalrivalen
aus Triberg, Schönwald und Nußbach verdeutlichen, dass das
FC-Schiff Gefahr läuft, in die Kreisliga B abzudriften. Dagegen
erhält die Jugendabteilung aufgrund ihrer ausgezeichneten
Arbeit den Sepp-Herberger-Preis.
1990: Mit Alex Feiß als Trainer kommt
in der Saison 1989/90 der Aufschwung. Im Sommer, in
dem Deutschland Fußball-Weltmeister wird, haben auch die Teutonen
allen Grund zu Feiern. Die „Erste“ (Kreisliga A) und die ,,Zweite“
(Kreisliga B) holen souverän den Meistertitel. Zudem gewinnt
die A-Jugend den Bezirkspokal. Die Begeisterung ist so groß,
dass sogar erstmals in der Vereinsgeschichte eine Damen-Fußballmannschaft
ins Leben gerufen wird. Mit den Trainern Martin ,,Öli“ Kienzler
und Olaf Hilzenbecher spielte dieses Frauen-Team bis 1994
in der Punkterunde mit, wird dann aber aus Mangel an Spielerinnen
wieder aufgelöst.
1992: Unter dem neuen Trainer Bernd von
Au wird die erste Mannschaft Bezirksliga-Herbstmeister, fällt
jedoch in der Rückrunde auf einen Mittelfeldplatz zurück.
Immerhin wird unsere E-Jugend in diesem Jahr Schwarzwald-Hallenmeister
und Vierter bei den Südbadischen.
1993: Der Förderverein wird gegründet.
Nachdem durch das Führungsduo Gabriel Fleig und Reinhold Herr zusammen mit Alex Nock, Wilfried Ruf (Schriftführer), Dirk
Schneider (Kassier) und Albert Kaiser ein Förderverein ins
Leben gerufen wird, schreibt sich dieser auf die Fahne, den
FC in punkto Sportplatzbau voranzubringen.
1994: Nachdem die erste Mannschaft in
der Saison 92/93 noch einen guten Mittelfeldplatz belegte,
folgt im darauffolgenden Jahr der Abstieg.
1995:
Mit dem neuen Spielertrainer Georg
Kienzler gelingt der ersten Mannschaft in der Saison 1994/95
der direkte Wiederaufstieg. Zudem wird auch die zweite Mannschaft
in der Kreisliga B unter der Regie von Hans
Griesbeck
Meister. Die erste Mannschaft belegt im ersten Bezirksliga-Jahr
den hervorragenden vierten Platz, steigt jedoch ein Jahr später,
1996, wieder ab.
1997: Albert Kaiser und Rudi Burger übernehmen
den Vorsitz des Fördervereins und bringen den Verkauf des
vereinseigenen Laubeck-Geländes und den Bau eines neuen Sportplatzes
im Obertal in Gang.
1999: Ein großer Meilenstein in der Vereinsgeschichte.
Pünktlich zum 90. Geburtstag wird der neue Kunstrasen-Platz
im Obertal fertig gestellt. Zudem wird die erste Mannschaft
zum dritten Mal innerhalb von neun Jahren Kreisliga A-Meister.
Das Team von Trainer Hans Griesbeck steht bereits vier Spiele vor Saisonende
als Titelträger fest. Und dies obwohl man in der Rückrunde
alle Heimspiele auf fremden Plätzen austragen musste. Zudem
gelingt der ,,Zweiten“ als Vizemeister ebenfalls den Aufstieg.
2000: Direkt nachdem der neue Platz fertig
gestellt ist, folgt für den Verein die nächste große Aufgabe:
Der Clubhaus-Bau. Über ein Jahr hinweg und mit rund 20 000
Arbeitsstunden der Vereinsmitglieder entsteht ein wahres Prunkstück
über drei Stockwerke, inklusive der neuen Vereinsgaststätte
„Volltreffer“.
2001: Das neue Clubhaus wird eingeweiht.
Die Baukosten betragen rund 800.000 DM.
2002: Albert Reiner gründet die erste
Mädchenmannschaft des FC Schonach. Fortan wächst die Mädchenfußball-Abteilung
Jahr für Jahr an und feiert beachtliche Erfolge. Bisheriges
Highlight ist der Südbadische Hallenmeistertitel der C-Juniorinnen
2006. Noch nie zuvor hat eine Mannschaft des FC Schonach einen
Titel auf südbadischer Ebener gewonnen.
2004: Reinhold Herr löst Gabriel Fleig als Vereinsvorsitzender ab. Zweiter
Vorsitzender wird Markus Wisser. Dem Duo wird bald klar, dass
sich der Verein beim Clubhaus-Bau übernommen hat und die Schuldenlast
dem FC schwer zu schaffen macht.
2006: Die erste Mannschaft um Trainer
Jürgen Schmidt feiert in einem dramatischen Saisonfinale
der Saison 2005/06 die Kreisliga A-Meisterschaft. Es ist der
vierte Kreisliga A-Meistertitel seit 1990. Alle vier Titel
wurden mit Schonacher Trainern gewonnen. Die „Zweite“ wird
in dieser Saison zum zweiten Mal in Folge Kreisliga B-Meister.
2007: Das Jahr ist nicht nur sportlich
durch den Abstieg aus der Bezirksliga enttäuschend. Der Verein
schlittert immer tiefer in die finanzielle Krise und kann
die Insolvenz gerade noch so abwenden. Das Aufatmen ist riesengroß.
Der FC Teutonia 09 erlebt somit doch noch seinen 100. Geburtstag.
|